Ein Selbstbauhaus in abgelegener Lage mit Izat Arundell
Für Eilidh Izat und Jack Arundell vom preisgekrönten Architekturbüro Izat Arundell war ihr erstes Selbstbauprojekt auf der Isle of Harris vor allem eines eine Haltung des Respekts gegenüber der eindrucksvollen Landschaft und der lokalen Gemeinschaft.
„Ein weitverbreiteter Irrtum ist, dass man sich auf Inseln aufgrund ihrer abgelegenen Lage und der oft kleinen, verstreuten Bevölkerung alles erlauben könne“, erklärt Eilidh Izat. „Tatsächlich kennt man hier jeden Winkel der Insel, und jede Veränderung bleibt nicht unbemerkt.“
Der Bauplatz liegt am Rand des The Minch, der Meerenge zwischen den Äußere Hebriden und dem schottischen Festland. Die Landschaft ist hier vom Lewisianischen Gneis geprägt.
So war es für Eilidh und Jack ganz selbstverständlich, denselben Stein aus einem Steinbruch weniger als fünf Meilen entfernt zu einem zentralen Bestandteil des Entwurfs zu machen.
Der befreundete Steinmetz Dan Macaulay verkleidete die Außenwände mit großer Sorgfalt. Eilidh entwarf dazu einen markanten, kantigen Grundriss, der sich an den umliegenden Felsformationen orientiert. Selbst der Hausname Caochan na Creige verweist darauf – er bedeutet „die kleine Stille am Felsen“.
Im Inneren sorgen schottische Zedernholzpaneele für Wärme und Haptik. Maßgefertigte Einbauten, gefertigt von Eilidhs Bruder und Möbeltischler Alastair Izat, setzen einen bewussten Kontrast zur rauen äußeren Hülle und spiegeln die gemeinsame Wertschätzung von Eilidh und Jack für natürliche Materialien und sorgfältige Handwerksarbeit wider.
Großzügig eingesetzte Holzfenster öffnen das Haus zur Landschaft und verleihen den kompakten Räumen mehr Weite. Nach Westen ausgerichtete, kleinere Fenster nehmen das Abendlicht auf, wenn die Sonne untergeht.
„Holzfenster sind inzwischen ein Markenzeichen von Izat Arundell“, sagt Eilidh. „Sie stehen für eine lange Tradition im Fensterbau und für die handwerkliche Qualität, die wir bewusst in unsere Architektur integrieren.“
Eilidh beschreibt ihren Entwurfsprozess als zutiefst persönlich. Eindrücke von Orten und Gebäuden, die sie im Laufe der Zeit besucht hat, fließen dabei ganz selbstverständlich in ihre Arbeit ein.
„Bestimmte Elemente des Hauses lösen bei mir ein starkes Déjà-vu-Gefühl aus. Sie greifen Orte auf, die emotional in mir nachwirken – etwa das Haus meines Großvaters. Er war auch Architekt und hat auch ein kleines Haus.“
„Ich hoffe, dass dieses Gefühl von Vertrautheit auch andere spüren, wenn sie unser Haus betreten. Für mich zählt nicht nur, wie ein Gebäude aussieht, sondern ebenso, wie es sich anfühlt, wie es riecht und wie es klingt.“
Zeitlosigkeit war ein weiterer zentraler Leitgedanke des Projekts.
„Wir denken bei Wert nicht an möglichst geringe Anfangskosten, sondern an Langlebigkeit“, erklärt sie.
„Unser Ziel ist, Häuser zu entwerfen, die in 25 oder sogar 50 Jahren schöner sind als am Tag ihrer Fertigstellung. Deshalb setzen wir bewusst auf Produkte, die über die Zeit bestehen.“
Genau an diesem Punkt kamen wir ins Spiel.
„Vor einigen Jahren sind wir auf Corston gestoßen und haben seither Produkte in zwei Projekten eingesetzt, unter anderem in unserem eigenen Haus.“
„Zeit ist der entscheidende Maßstab für jedes Gebäude. Häuser mit einer starken, ganzheitlichen Qualität werden langfristig am meisten geschätzt und gepflegt. Der Schlüssel liegt darin, Materialien und Oberflächen aufeinander abzustimmen und zeitloses Design über günstige Bauweise zu stellen.“
„Gerade die Details, mit denen wir im Alltag am häufigsten in Berührung kommen – wie Lichtschalter und Möbelgriffe –, sind für uns besonders wichtig. Die Qualität der Produkte von Corston ist dabei deutlich spürbar und bringt eine stille Freude in den Alltag.“
Mit der Auszeichnung als RIBA House of the Year 2025 setzt Caochan na Creige einen bedeutenden Meilenstein für Izat Arundell. Eilidh gab uns dabei auch einen Ausblick darauf, was als Nächstes für die Gründer ansteht.
„Das Inselleben liegt uns sehr am Herzen, und wir möchten die schottischen Inseln nachhaltig unterstützen. Besonders die Abwanderung stellt eine große Herausforderung dar, nicht zuletzt wegen des fehlenden Angebots an langfristigem Mietwohnraum. Aktuell denken wir darüber nach, auf Harris vier neue Häuser zu bauen.“
„Am Ende wünschen wir uns, durch Architektur Perspektiven zu eröffnen, die es Menschen ermöglichen, auf der Insel zu bleiben oder hier ein neues Zuhause zu finden.“
Veröffentlicht am 21. Januar 2026