Teil 1: Amanda Winfield, Abinger Stained Glass

Wir sprechen oft davon, Produkte mit Bedacht zu gestalten, die Bestand haben. Das ist ein zentraler Teil dessen, wofür Corston steht.

Die Kunst des Handwerks, unsere neue Serie für 2026, stellt Menschen vor, die genau das tun.

Ihre Werkzeuge, Techniken und Materialien unterscheiden sich vielleicht von unseren, doch uns verbindet das Streben nach zeitlosem Design und hochwertigem Handwerk.

Den Auftakt macht die Buntglaskünstlerin Amanda Winfield, deren Studio Abinger Stained Glass in den Surrey Hills liegt.

Seit fast vierzig Jahren widmet sich Amanda ihrem Handwerk. Sie ist langjähriges Mitglied der British Society of Master Glass Painters sowie von Surrey Hills Enterprises, einer Organisation zur Förderung lokaler Unternehmen und des Handwerks.

Sie entwirft und fertigt maßgefertigte Buntglasfenster für Neubauten und historische Gebäude, Kirchen, Schulen und Unternehmen. Gleichzeitig gibt sie ihr Wissen durch Unterricht und Mentoring weiter.

Wir haben sie bei der Arbeit besucht, um ihre Geschichte und den traditionsreichen Prozess festzuhalten. Das Video finden Sie oben, die wichtigsten Inhalte darunter.


„Alles dreht sich um das Licht“

Bevor sie 2001 ihr eigenes Studio gründete, sammelte Amanda ihre Erfahrung bei Goddard & Gibbs, einem Glasatelier und Hersteller von Buntglasfenstern im Osten Londons, gegründet 1868.

Ihre ersten prägenden Eindrücke von Buntglas sammelte Amanda schon in ihrer Kindheit, als sie ihre Eltern, die sich leidenschaftlich dem Brass Rubbing widmeten, bei Kirchenbesuchen begleitete.

„Selbst damals als kleines Kind konnte ich mich dem nicht entziehen, diesem Licht, das durch das Glas fällt und Muster zeichnet“, sagt sie.

„Das Licht trifft auf eine Säule oder auf den Boden, oder auf irgendetwas, man ist einfach wie verzaubert. Es hat fast etwas Magisches. Selbst bei trübem Nordlicht leuchten die Rubine und Blautöne, diese mittelalterlichen Farben, noch immer.“

Erst Jahre später, an der Kunstschule in Chelsea, begann Amanda, sich selbst mit der Herstellung zu beschäftigen.

„Mir war eigentlich klar, dass ich nie Künstlerin im klassischen Sinne werde. Und dann bin ich eher zufällig auf Buntglas gestoßen. In dem Moment habe ich gemerkt, dass man Kunst und Handwerk in einer Disziplin verbinden kann.“

Das war so ein kleiner Aha-Moment.

„Das ist ein ganz anderer Prozess als beim Malen auf Leinwand. Dort fügt man immer weiter hinzu, Schicht für Schicht. Beim Buntglas trägt man Farbe auf und nimmt sie dann mit verschiedenen Pinseln und Werkzeugen wieder weg, damit das Licht durchscheinen kann und das Bild entsteht.“


Ein Handwerk, das Geduld verlangt

„Das ist nichts für Menschen, die schnelle Ergebnisse wollen“, sagt Amanda über den gesamten Prozess.

„Es ist ein besonderes Handwerk, Glas zu schneiden, zu bemalen, zu entwerfen und ein Fenster zusammenzusetzen. Jeder Schritt hat seinen eigenen Rhythmus, und darin liegt auch eine gewisse Achtsamkeit.“

„Da ist eine Verbindung zwischen Hand, Auge, dem Machen und dem Handwerk. So ein Fenster ist eng mit einem Menschen verbunden, und jeder einzelne dieser Pinselstrich ist bewusst.“

Sie erklärt, dass Buntglas zwei wesentliche Anforderungen erfüllen muss: „Ein Fenster hat eine Funktion, es muss das Wetter abhalten, und zugleich soll es schön aussehen. Man muss sicherstellen, dass das, was man schafft, auch auf Dauer Bestand hat.“


Bleilinien in der Natur

„Die Surrey Hills, die Wälder und die Bäume sind für mich eine große Inspiration“, sagt Amanda.

„Direkt hinter uns, in den Abinger Roughs, gibt es wunderschöne Bäume, nur fünf Minuten entfernt. Ich gehe einfach hin, schnappe frische Luft, und das Licht verändert sich ständig.“

„Ich schaue mir Landschaften an und erkenne darin die Bleilinien.“

„Wenn es bewölkt und windig ist und die Wolken schnell über den Himmel ziehen, sodass sich Blau und Sonnenlicht abwechseln, entsteht ein wunderbares Spiel des Lichts über der Landschaft.“

„Im Winter ist das Licht besonders schön, weil die Sonne so tief steht. Es entstehen wunderbare Schatten, die es zu keiner anderen Jahreszeit gibt. Ich sehe, wie sich das Licht über die Landschaft verändert, und bin jedes Mal inspiriert, weil ich es mir fast so vorstelle, als würde es durch Glas fallen.“


Das Handwerk weiterführen

Neben klassischen Projekten arbeitet Amanda häufig auch mit Bauherren zusammen. Hier muss das Buntglas den Bauvorschriften entsprechen und entsprechend gekapselt werden.

„Ein gekapseltes Buntglasfenster ist ein bisschen wie Käse im Sandwich“, erklärt sie. „Das Buntglas sitzt zwischen zwei Scheiben aus gehärtetem Klarglas, die zu einer geschlossenen Einheit verbunden sind.“

„Manche würden vielleicht sagen, dass man das nicht so machen sollte. Aber wenn wir dieses traditionelle Handwerk weiterentwickeln wollen, müssen wir mit der Zeit gehen. Ich arbeite seit dreißig Jahren mit gekapseltem Buntglas.“

„Buntglas steht inzwischen auf der Roten Liste der gefährdeten Handwerke. Es gibt inzwischen keine richtigen Ausbildungsstätten mehr für Buntglas, und auch deutlich weniger große Werkstätten. Wenn wir diese Tradition nicht weiterführen, riskieren wir leider, das handwerkliche Wissen dahinter zu verlieren.“

Veröffentlicht am 29. April 2026